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Chronik
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Die vorrömische Zeit
Wie die vielen Funde von Steinwerkzeugen, die auf der Ferschweiler Flur gemacht wurden, beweisen, war die Hochfläche von Ferschweiler schon vor etwa 2000 bis 3000 Jahren besiedelt. Damit ist sie eines der letzten Siedlungsgebiete des Trierer Landes.
Bekannt geworden sind vor allem die Funde, die Pater Biermann aus Biesdorf bei der Völkerhöhle im Tiefenbachtal, einem Nebental der Sauer, gemacht hat. Diese Menschen waren noch Jäger und Sammler.
In der letzten Steinzeitstufe waren die Menschen Bauern geworden. Sie wohnten vor allem auf den Kalkhöhen und auf den fluvialen Terrassen der Täler.
Dieses Siedlungsbild ändert sich auch in der Eisenzeit nicht, so dass das Ferschweiler Plateau von der Jungsteinzeit bis heute durchgehend besiedelt war. Aus dieser Zeit stammen auch die Menhire oder Langsteine, die an anderer Stelle genauer beschrieben werden.
Im 5. Jahrhundert v. Chr. wanderten die Kelten in unsere Heimat ein. Sie errichteten zum Schutze gegen die Germanen riesige Wallburgen. Zeugen dieser Zeit sind die Wikinger- und die Niederburg.
1923 wurde beim Bau der Wasserleitung auf der Büchelthöhe ein Fürstengrab entdeckt, das wohl auch zu damaliger Zeit entstanden ist.
Die Römerzeit (50 v. Chr. bis 450 n. Chr.)
Mit dem Eindringen der Römer in unsere Heimat änderte sich die Kultur grundlegend. Sagen des Ortes berichten, dass in damaliger Zeit in der Flur Großenbüsch (hinter dem Sportplatz) eine große Stadt gestanden habe. Tatsächlich hat man auch an dieser Stelle Reste einfacher Häuser aus frührömischer Zeit gefunden.
Aus dieser Zeit stammen auch die Inschrift an den Schweigestellen, die Reste einiger Gutshöfe, Brandgräber am Barzenkreuz, in der Dellwies und auf der Dauwelsbach. Politisch gehörte unser Gebiet zur römischen Provinz Belgica prima.
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Luzienturm

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Die Frankenzeit (450 - 750)
Um 450 dringen die Franken in unser Gebiet ein. Das römische Kastell Bedense machen sie zum Mittelpunkt des neugegründeten Bedgaus, zu dem Ferschweiler von nun an gehört. Kulturdenkmale aus dieser Zeit sind bei uns nicht erhalten.
698 erfolgte die Gründung des Klosters Echternach. Damit beginnt für unsere Heimat die Zeit des Christentums. Unsere Vorfahren werden missioniert. Der größte Menhir wird zum Fraubillenkreuz umgeformt.
Die Karolingerzeit (751 - 870)
Nun gehört unser Heimatort zum Reiche Karls des Großen. Schon zu Beginn seiner Regierung im Jahre 751 wird Ferschweiler zum ersten Male in einer Urkunde des Klosters Echternach genannt. Der Ort hieß damals Vilare. Aus dem Namen kann man schließen, dass der Ort von Römern oder lateinsprechenden Kelten bewohnt wurde. Nach dem Tode Karls des Großen (814) wird sein Reich unter seinen drei Söhne aufgeteilt und damit fällt Ferschweiler Lotharingien zu.
Die Nachkarolingerzeit (870 - 10. Jahrh.)
Nach 870 wird Lotharingien erneut aufgeteilt und so fällt Ferschweiler nun an Ostfranken, das später Deutschland genannt wurde. Damals erfolgte die Teilung des Kreises Bitburg in den Bedgau und Ardennengau, in Bekow und lslek.
Die mittelalterliche Territorialzeit (11. Jahrh. - 1442)
Der Bedgau zerfällt ganz, sein Gebiet wird zersplittert und unter verschiedene Herrschaften aufgeteilt.
Die Abtei Echternach mit ihrer Tochterniederlassung Prüm, Irminen in Trier, St. Maximin in Trier, Kurtrier und St. Thomas waren die wichtigsten geistlichen und die Grafschaft Luxemburg der hauptsächlichste weltlicher Herrscher.
Im 13. und 14. Jahrhundert sind Luxemburg und Kurtrier die einflußreichsten Herrscher im Bitburger Land. Ferschweiler gehörte nunmehr zu Luxemburg.
In Urkunden von 1069 und 1148 heißt der Ort nunmehr Wilre. Nach einer Papsturkunde hatte der Ort damals schon eine Kirche (1161) und im Jahre 1410 eine capella. In der Urkunde von 1410 heißt der Ort Vertswiler. Vertswiler war für heutige Begriffe sehr klein, denn es zählte 1528 neun Häuser.
Die Luxemburgische Zeit (1443 1506)
1443 kam Vertswiler mit Luxemburg an das Herzogtum Burgund.
Die Spanische Zeit (1506-1714)
Nun erlebt unsere Heimat eine schwere Zeit. Durch Heirat vererbt sich Burgund an Spanien. Das spanische Regiment ist hart, so dass die holländischen Gebiete einen Aufstand wagen. Zur Niederschlagung desselben entsenden die Spanier ein Söldnerheer, das in unserer Heimat Winterquartier nimmt (1568).
Zum Glück hatten die Vertswiler früh genug mit einem erneuten Kirchenbau begonnen, denn die spanischen Söldner raubten und plünderten wie in Feindesland, so dass unsere Gegend vollständig verarmte.
Dieses Kirchlein, das noch vor der Elendszeit fertig wurde, war im spätgotischen Stil erbaut, hatte ein Netzgewölbe und Fenster mit schönem Maßwerk. Es war ursprünglich dem hl. Nikolaus geweiht, erhielt aber später die hl. Luzia zum Patron. Darum heißt der Turm dieser Kirche, der heute noch vom Kirchberg als Wahrzeichen von Ferschweiler grüßt, Luzienturm.
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Fraubillenkreuz

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Luzienturm Bild: Rekonstruktion von Vera Schlöder-Faber Ferschweiler

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Bild: Rekonstruktion von Vera Schlöder-Faber Ferschweiler
Zu allem Überfluss bricht 1618 der 30-jährige Krieg aus. Die Bevölkerung muss hohe Kriegssteuern zahlen. 1636 tritt, von Landsknechten eingeschleppt die Pest verheerend auf. Ein Drittel der Kreisbevölkerung fällt ihr zum Opfer. Von 1540 bis 1621 sank die Zahl der Feuerstellen von 12 auf 2. Nun sind noch die holländischen Freiheitskriege (80 Jahre lang) und der Krieg zwischen Frankreich und Spanien zu erwähnen, so dass unsere Heimat 150 lange Jahre ohne Unterbrechung von Kriegen heimgesucht wurde.
Die Österreichisch - Niederländische Zeit (1714- 1795)
Im Jahre 1714 kommt Luxemburg unter die Herrschaft der Österreicher (Frieden von Baden). Nun beginnt eine gute Zeit, das goldene Zeitalter des Luxemburger Landes.
Die Einwohnerzahl steigt rapide an, die Schankweiler Klause wird 1762 erbaut und 1777 ist kurz vor dem Untergang des Klosters Echternach die Weilerbachhütte fertig. Das bedeutet für Ferschweiler einen großen wirtschaftlichen Fortschritt.
So bekam, wohl wegen der hohen Einwohnerzahl, Ferschweiler einen Pastor, obwohl es noch keine Pfarrei war. Bis dahin hatten Mönche des Klosters Echternach den Gottesdienst hier besorgt.
Die Französische Zeit (1795-1815)
Als im Jahre 1795 die französischen Revolutionsarmeen den Kreis Bitburg besetzten, hoben sie das Kloster Echternach auf und verjagten seine Bewohner. Der Geistliche in Ferschweiler aber blieb.
Verwaltungsmäßig gehörte Ferschweiler zum Wälderdepartement, kirchlich zur Pfarrei Ernzen im Bistum Metz.
Die Preußische Zeit (ab 1815)
Auf dem Wiener Kongress wird Luxemburg zum Großherzogtum erhoben und dem König der Niederlande unterstellt.
Abgetrennt werden die luxemburgischen Gebiete links von Sauer und Our und Preußen unterstellt. Ab 1822 gehört das Gebiet zur preußischen Rheinprovinz.
1818 hatte Ferschweiler 418 Einwohner, 1843 waren es schon 716. Infolge der nun eintretenden Übervölkerung, verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage derart, dass viele gezwungen wurden auszuwandern (vor allem Amerika). In Ferschweiler wanderten 20 Familien aus.
1826 - 1828 wurde die jetzige Kirche gebaut. Sie war ein einfacher Hallenbau, mit flacher Decke und ohne Chor.
Die Nachkriegszeit (1945 - 1991)
In den Kriegsjahren 1939 -1945 wurde der Ort Ferschweiler zu 80% zerstört.
Die Kirche war auch zum größten Teil zerstört und wurde in den Jahren 1947 - 1949 wieder aufgebaut.
Dabei muss noch erwähnt werden, dass alle, bis auf wenige Ausnahmen, zu dem Wiederaufbau notwendigen Mittel von den Bürgern der Gemeinde aufgebracht wurden. In den folgenden Jahren wurden auch alle anderen Häuser wieder aufgebaut oder neu errichtet, wofür die meisten Eigentümer sehr große Opfer und Belastungen auf sich nehmen mussten. Das Ortsbild hat sich an einigen Stellen sehr verändert und zwar im positiven Sinne. Im Laufe der Jahre wurden einige Neubaugebiete erschlossen, so dass die Zahl der neu erbauten Häuser immer größer wurde und der Ort Ferschweiler sich ständig vergrößerte. So hatte Ferschweiler in den 70-er Jahren zeitweise über 1000 Einwohner.
In den 60-er Jahren entwickelte sich Ferschweiler zu einem beliebten Ferien- und Erholungsort. Es entstanden einige Fremdenverkehrsbetriebe und zahlreiche private Fremdenzimmer wurden eingerichtet. Gleichzeitig wurde auch ein Verkehrsverein gegründet, um die Organisation und die Belegung der Fremdenzimmer zu übernehmen.
Ferschweiler ist offiziell als Erholungsort anerkannt worden. Die vielen Wanderwege und Naturschönheiten auf dem Ferschweiler Plateau sind immer wieder stark besucht.
(Fortgeschrieben von Christoph Ries)
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